Venedig Palazzi Und Monumente
Aufgeteilt nach Sestieren, die historischen Bauten und symbolischen Monumente Venedigs, vom Palazzo Ducale bis zum Rialto... ...
SANTA CROCE
Fondaco der Türken
Der Palast wurde erstmals Anfang des XIII Jahrhunderts von Giacomo Palmieri, Konsul von Pesaro der atlantischen Küste, erbaut. Dieser flüchtet nach Venedig und gründete eine der wichtigsten Patrizierfamilien Venedigs, die Pesaro. 1621 vermietete die Familie den Palast an osmanische Kaufleute. Von da an wurde der Palast als Fondaco der Türken bekannt (das Warenlager der Türken). Später, als der Warenhandel mit dem Orient zur Neige ging, wurde der Palast von den osmanischen Kaufleuten verlassen und verfiel. 1880 wurde der Palast von der Gemeinde Venedig gekauft und restauriert. Die charakteristische venezianisch-byzantinische Fassade mit reichen Marmoreinsätzen des Palastes blieb erhalten. Seit 1924 ist dieser Palast Sitz des Museums für Naturgeschichte in Venedig.
Cà Mocenigo
Die Familie Mocenigo, mit lombardischer Herkunft, ist schon seit langer Zeit in Venedig sesshaft und ist mittlerweile ein Symbol Venedigs geworden. Ein Teil der Familie wohnte in San Stae, wo einer der schönsten Paläste Venedigs erbaut worden ist: Cà Mocenigo, ein Gebäude mit einem Hauptatrium, Portego genannt, im Mittelblock des Hauses. .
Der Palast gehört heute der Gemeinde Venedig. Man kann ihn noch heute in seiner ganzen Pracht bewundern, mit seinen Einrichtungen und Verzierungen aus dem achtzehnten Jahrhundert. Palazzo Mocenigo beherbergt die Vittorio Cini - Sammlung, wertvolle Vorhänge und Kirchenstoffe. .
SAN POLO
Rialtobrücke
Die Rialtobrücke war anfänglich die einzige Verbindung zwischen den zwei Ufern vom Canal Grande. Man vermutet dass 1172 das Projekt der Uferverbindung mittels Schuten realisiert worden war, die aber nach einigen Jahren mit einer Brücke mit Holzsäulen ersetzt wurde, die wiederum 1310 zerstört wurde. 1444 wurde eine viel größere Brücke gebaut, auf der auch Geschäfte Platz fanden.
Die endgültige Version der Rialtobrücke aus Stein wie wir sie heute kennen, wurde zwischen 1588 und 1591 von Antonio da Ponte gebaut. Die Konstruktion war außerordentlich schwierig zu realisieren, wegen der schwerwiegenden Instabilität, des Ortes und der Höhe (8 Meter).
Das Haus von Carlo Goldoni
Carlo Goldoni, der berühmte venezianische Komödiendichter wurde 1707 im Palazzo Centani, seitlich der San Tomàbrücke geboren. Der Palast hat eine Fassade mit Spitzbögen die dem Kanal zugewendet und von der Brücke ersichtlich sind, einen herrlichen Hof und eine offene Treppe. Unter Initiative von Aldo Ravà, berühmter und leidenschaftlicher Schätzer der venezianischen Kultur, und einem Bürgerkomitee, wurde das Haus 1914 gekauft und daraus eine Aufbewahrungsstätte der Schriftstücke von Carlo Goldoni gemacht. Seit 1952 beherbergt der Palast das Institut für Theaterstudien und ist u. a. auch Abteilung für Theater der Bibliothek des Corrermuseums.
Die berühmtesten Erfolge von Goldoni, geschrieben und aufgeführt in Dialekt, sind: I Rusteghi (1760) (die Ungehobelten), la trilogia de La Villeggiatura (1761) (die Sommerfrischetrilogie) und Le Baruffe Chiozzotte (1762) (die Raufereien der Bürger von Chioggia).
Scuola Grande von San Rocco
Die Scuola Grande von San Rocco ist ein stattliches Gebäude aus weißem Marmor, um 1400 von den Architekten Bon und Scarpagnino entworfen und als Schule im Jahr 1489 vom Konzil der Zehn (Concilio dei Dieci) bestimmt. Die in der Fassade reich bestehenden Intarsien erinnern den typischen Stil venezianischer Bildhauer des XV Jahrhunderts. Die Schule unterstützte die Armen und die Kunstschätze der Stadt. Mit dem Fall der Repubblica Marinara (Meeresrepublik) erlitt die Schule einen schweren Verfall und der Großteil der heiligen Verzierungen wurde beschlagnahmt. Dank der Spenden seitens einiger reicher Bürger, wurde die Schule im Jahre 1806 für religiöse Dienste wiedereröffnet und der ursprüngliche Dienst an die Armen, trotz geringer Geldmittel, wieder aufgenommen. In den internen Räumlichkeiten kann man Kunstwerke von Tintoretto, Tiziano, Tiepolo und Giorgione mit Bildern aus der Bibel, bewundern.
SAN MARCO
Palazzo Ducale (Herzogspalast)
Von Anfang an verkörperte dieser außerordentliche Palast den Schwerpunkt des politischen, sozialen und wirtschaftlichen Geschehens der Stadt. Der Herzogspalast war vor allem Wohnort des Dogen, aber auch Regierungssitz und Justizpalast. Einige Aussagen bezeugen, dass das Gebäude ursprünglich aus dem IX Jahrhundert stammt, dann infolge einiger im Laufe der Jahrhunderte erfolgten Restrukturierungen, abgeändert. 1173 unter der Herrschaft des Dogen Sebastiano Ziani wurden grundlegende Änderungen angebracht und der Palast wurde reichlich vergrößert. Erst 1340 aber erreichte der Palast mit dem gotischen, dem San Marco Platz zugewendeten Flügel, in dem sich der "Hohe Rat" versammelte, majestätische Dimensionen. Herrlich der von großen Kolonnen gestützte Laubengang und der obere Bogengang mit Blick auf das Meeresbecken. Die gotische Porta della Carta (Papiertür) ist vom Jahr 1400, der Ehreneingang des Palastes. Diese Tür trägt diesen Namen, weil auf ihr die Ausschreibungen der Republik angebracht wurden. .
In den internen Räumlichkeiten kann man die herrlichen Freskomalereien mit wertvollen Holzrahmen mit Darstellungen der Geschichte der Republik der Meister Tiepolo, Tiziano, Veronese, Bassano, Palma il Giovane betrachten.
Die Procuratie ist der napoleonische Flügel
Der San Marco Platz ist auf zwei Seiten von den Procuratie flankiert, die ihrerseits durch den napoleonischen Flügel verbunden sind. Heute sind unter den Laubengängen Geschäfte jeder Art, namhafte Kaffees und einige luxuriöse venezianische Juweliere wie Nardi und Missaglia. Beide Procuratien, die Alten wie die Neuen, haben auf 50 Bögen gestützte Bogengänge. Die dritte Seite des Platzes ist die napoleonische Flanke, sie ist der Basilika zugewendet. Die Struktur ist neoklassisch und 1807 von Napoleon erbaut worden. Die antike Kirche von San Geminiano musste einem Tanzsaal Platz machen und wurde demoliert. Heute beherbergt die napoleonische Flanke das Correr-Museum.
Auf der Seite des Alten Procuratie steht die Turmuhr, unter dem sich der Bogen befindet, der zu den Kurzwarenhandel führt. Der Turm endet mit einer Terrasse auf der eine große Glocke und die zwei Statuen, die Mori, stehen. Unter den Statuen ist die Uhr angebracht, mit einem emaillierten, bläulichen Zifferblatt. Sie zeigt die Uhrzeit, die Mondphasen und das Sternzeichen an.
Scala Contarini, Bovolo genannt
In der Nähe von Campo San Bortolo, in einem Labyrinth von Callette (kleinen Gassen) versteckt, befindet sich eine der originellsten Sehenswürdigkeiten Venedigs: die Scala Contarini, Bovolo genannt. Sie wurde ca. im XVI Jahrhundert erbaut. Dieser Spitzname wurde ihr auf Grund der charakteristischen Spiralform gegeben, die an eine Schnecke erinnert, in venezianischen Dialekt: Bovolo. Die Treppe windet sich an der Fassade des Contarinipalastes empor und offenbart sich wie ein hoher zylindrischer Turm von dem aus man eine herrliche Sicht auf die Dächer Venedigs hat.
CANNAREGIO
Cà d'Oro
Palazzo Cà d'Oro, ist zur Zeit Sitz der Franchetti-Galerie. Ein Schmuckstück gotischer, venezianischer Kunst des frühen XV Jahrhunderts, von Marini Contarini gewollt. Der Name Cà d'Oro (goldenes Haus) stammt vom Überfluss an Goldverzierungen die einst die Fassade schmückten. Der Originalentwurf stammt möglicherweise vom Architekten Marco D'Amadio, er wurde aber anfänglich von lombardischen Handwerksmeistern und später von Venezianern ausgeführt. Cà d'Oro wechselte mehrmals den Eigentümer und wurde im XIX Jahrhundert vom Baron Giorgio Franchetti erworben und restauriert. Dieser wiederum schenkte im Jahre 1916 seine Gemäldesammlung und das Gebäude dem Staat. Seit 1927 dient das Gebäude als Museum, das zahlreiche Werke von Tiziano und Tintoretto, aber auch gotische Möbelstücke und Möbelstücke der Renaissance beherbegt.
DORSODURO
Cà Rezzonico
Cà Rezzonico ist ein monumentaler Palast gegenüber dem Canal Grande, in dem heute das Museum des Achtzehnten Jahrhunderts von Venedig untergebracht ist. Das ursprüngliche Projekt wurde von der Familie Priuli-Bon in Auftrag gegeben und von Baldassarre Longhena in der ersten Hälfte des XVII Jahrhunderts realisiert. Um 1745 wurde das Gebäude, auf Befehl der Familie Rezzonico, der neuen Eigentümerin, um ein Stockwerk erhöht. Um die Fassade zu gestalten wurden die damals sehr in Mode gekommenen klassischen Bauteile verwendet die auch mit den internen Dekorierungen harmonisieren. Die herrliche Treppe erreicht man vom Vestibül im Erdgeschoss: eines der prunkvollsten Eingänge der ganzen Stadt. Cà Rezzonico wurde später vom Poet Robert Browning erworben, dann vom Baron Hirschel de Minerby, der letzte private Eigentümer. 1935 wurde der Palast vom Gemeinderat erworben und zum Museum erklärt. .
Autoren: NOZIO
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